Interview mit Erika Sperber von Chipsys Frettchenshop

Heute mochten wir euch einen tollen Kuschelshop vorstellen der sehr tolle Raschelspinnen und noch vieles Mehr für die Nasen macht. Aber auch tolle Kuschelsäcke für Hunde oder Katzen. Soweit ich Erika bisher kennen lernen durfte hat sie ein riesiges Herz für Tiere. Ich schreibe sehr gern mit ihr und tausche mich aus und natürlich sind ihre Knisterraupen, Raschelspinnen und Hängewürfel bei unseren Wuseln sehr beliebt. Darum möchten wir euch Erika heute vorstellen.

Jetzt in der Adventszeit hat Erika ein tolles Projekt auf die Beine gestellt und zwar einen Adventskalender bei dem ihre tollen genähten Sachen zugunsten von Frettchen und Nerzen versteigert werden, der Erlös wandert ausschließlich in die Hilfen.  Leider nicht mehr all zu viel Zeit. Aber wer nun neugierig ist schaut hier vorbei: Forum zum Bieten und hier geht es zum Kalender.
Außerdem haben wir die Ehre das Erika den ersten Preis zu unserem Weihnachtsgewinnspiel gesponsert hat 🙂
Vielen lieben Dank dafür, was es ist werdet ihr noch erfahren 😛
Doch nun unser Interview:

1. Wie bist du auf die Idee gekommen Kuschelsachen für die Fellnasen, insbesondere Frettchen zu nähen?

Da es damals bei uns in den Zoofachgeschäften oder sonst wo keine Frettchenkuschelsachen gab, kam ich auf die Idee einfach selbst was zu nähen.

2. Seit wann nähst du bereits?

Seit 2003.

3. Was war dein erstes Meisterstück für Frettchen?

Das war die Raschelspinne! Die erste Raschelspinne war noch krumm und Bucklig, hatte auch nur 5 Röhren. Auch nähte ich damals alles mit Hand da ich noch keine Nähmaschine hatte. Die kaufte ich dann erst kurz nachdem ich diese erste Raschelspinne genäht hatte, diese Raschelspinne dann ein Bekannter der auch Frettchen hatte gesehen hatte und sagte… wow….wo gibt’s diese Spielzeug für Frettchen??? Demjenigen nähte ich dann mit meiner neuen Nähmaschine auch eine Raschelspinne, und diese hatte dann auch 6 Röhren. Siehe Foto, dass war meine erste bzw. 2. Raschelspinne.

Spinne

4. Wie bist du für dich selbst auf das Frettchen als Haustier gekommen und wie lange bereichern die quirligen Nasen bereits dein Leben?

Mein erstes Frettchen sah ich etwa mit 22 Jahren bei meiner Mutter, sie hatte es von jemanden bekommen. Ich fand dieses wuselige Ding so was von süß. Ich wohnte damals nicht mehr daheim, besuchte aber dann oft….sehr OFT meine Mutter, nur um diese Frettchen zu sehen. Leider wurde dies Frettchen nicht lange danach, als es meine Mutter hatte, krank und musste eingeschläfert werden. Heute, wenn ich zurück blicke, denke ich das dieses Frettchen einfach Dauerranzig war. Meiner Mutter und auch mir fehlte damals einfach die Erfahrung. Dann im September 2002 war ich in meinem Zooladen um Hundefutter usw. zu kaufen, da sah ich es… diese süße Knopfaugen hinter einer Glasscheibe!!!! ES WAREN FRETTCHEN, und eins schöner als das andere. Ich hab mich sofort verliebt, und die ganze Heimfahrt über gingen mir diese Frettchen nicht mehr aus meinem Kopf, ich wollte so ein Frettchen haben. Daheim berichtete ich gleich meinen Mann davon, und ich wusste wie ich ihn überreden konnte, schließlich kenne ich ihn lange genug. Tja…und am nächsten Morgen stand ich mit meiner Transportbox völlig unerfahren was Frettchen betrifft in diesem Zoofachgeschäft. Eine Verkäuferin lies mich in dieses Gehege/ Zimmer und ich setzte mich dort wo all die Frettchen waren auf den Boden. Ein Iltisfarbenes Frettchen kraxelte immer wieder auf mir rum, ging gar nicht mehr von mir weg, also verliebte ich mich auch gleich in diese kleine Frettchenfähe…das war sie dann, MEINE CHIPSY. Dass man Frettchen aber nicht alleine halten soll, sagte man mir dort im Zooladen leider nicht, dies erfuhr ich erst später als ich anfing mich im Internet über Frettchen zu informieren. Ein dreiviertel Jahr später folgte dann Frettchen Nummer 2, mein Robby.

5. Neben Frettchen haben ja auch die Nerze dein Herz erobert und man kennt dich als “Nerzmama”, wie kam es dazu?

Durch meine Kuschelsachen die ich genäht hatte, stellte ich auch Sachen in ebay ein, irgendwann schrieb man mich Privat an ob ich nicht in dies Forum kommen möchte, dort spricht man schon von meine Kuschelsachen usw., ich meldetet mich dann in diesem Frettchenhilfeforum an, und dort lernte ich dann auch sehr viel über Frettchen. Auch dass so viele Frettchen in den Frettchenhilfen sitzen usw. Ich lernte viel in diesem Forum, und so bot ich auch in unseren Tierheimen meine Hilfe an was Frettchen betrifft. Dann kam eines Tages Januar 2008 ein Anruf von Birgit Bever vom Frettchentierheim Gummersbach/Oberberg, Birgit kannte ich durch meine Kuschelsachen da sie öfter was für die Frettchen brauchte. Birgit fragte mich ob ich in das Tierheim bei mir in der Nähe hin fahren könnte. Diese hätten ein bissiges Albinofrettchen und wären damit total überfordert. Am nächsten Tag packte ich meine Transportbox und fuhr zu diesem Tierheim die bissige Frettchenfähe zu holen. Dieses Albino Frettchen war schneeweiß sehr groß als Frettchen. Naja ich dachte mir…es ist ja Winter, die hat Winterfell und darum wirkte sie so groß. Die Tierheimleiterin sagte dass man das Frettchen an der Autobahnraststätte eingefangen hätte und dann zu ihnen gebracht hätten. Ich packte also das Frettchen in die Box und fuhr. Da ich immer etwas ängstlich bin was fremde Tiere in unserer Wohnung betrifft bis ich weiß dass es Gesund ist bringe ich die Frettchen erst immer zu meiner Mutter. Meine Mutter wusste schon Bescheid und richtete den großen Käfig her. Dort angekommen setzte ich das Frettchen in den Käfig. Ich machte Bilder und wir beobachteten das Frettchen wie es sich im Käfig umschaute. Irgendwie hatte ich das Gefühl dass dies Frettchen etwas anders ausschaute, der Kopf war größer, auch vom Körperbau sah es etwas anders aus…naja… dies muss das Winterfell ausmachen dachten wir noch. Wer denkt auch, dass wenn man ein Frettchen aus dem TH holen soll, das dies dann kein Frettchen ist sondern ein Nerz! Ich selbst kam ja gar nicht darauf, erst durch mein damaliges Stammforum wo ich dann die Bilder von diesem Frettchen zeigte, dort kam dann eine Userin darauf dass dies womöglich ein Nerz ist. Um sicher zu sein, sollte ich mal eine Schüssel Wasser in den Käfig stellen, dann sieht man ja was das vermeintliche Frettchen damit macht. Also rief ich meine Mutter an, sagte sie solle eine große Schüssel mit Wasser in den Käfig stellen. Nach einer weile fragte ich dann meine Mutter… und…was macht das Frettchen??? Meine Mutter antwortete…die sitzt in der Wasserschüssel drinnen und dreht sich im Kreis! Wir waren echt paff, da holt man ein Frettchen aus dem TH und dann stellt sich raus dass es ein Nerz ist.

Da meine Mutter nicht die Möglichkeit hat den Nerz schwimmen zu lassen sagte ich sie solle sie morgen zu mir in den Laden bringen, dort hätte ich einen großen Waschraum mit Duschwanne. Am nächsten Tag saß dann der Nerz in meinem Geschäft in meiner Dusche. Ich taufte sie Elli, und ich war damals mehr in meiner Dusche als im Laden zum arbeiten. Ich beobachtete Elli wie sie in meiner Duschwanne tauchte, und dies war einfach fantastisch. In meinem damaligen Stammforum diskutierten wir dann wie es jetzt mit Elli weiter gehen soll. Hätte ich ein Gehege gehabt hatte ich sie sofort behalten, aber ich hatte keines und auf die schnelle eins bauen konnte ich auch nicht da es Winter war und der Boden gefroren war. Ein Mitglied aus diesem Forum hatte dann einen Pflegeplatz mit Wassermöglichkeit gefunden, also beschlossen wir dass Elli dort hin sollte. Von Tag zu Tag verliebte ich mich immer mehr in dieses Wunderschöne Tier, ich war nur noch in meiner Dusche um Elli zu beobachten.

Elli

Dann kam der Tag wo mein Mann und ich Elli weg brachten. Ich nur im Auto am heulen gewesen, und da beschloss ich dass ich im Frühjahr ein Gehege baue und dann Elli wieder zurück holen werde. Leider verunglückte Elli in dieser mir unbekannten Pflegestelle und Elli musste eingeschläfert werden. Damals schwor ich mir dass ich das Gehege trotzdem bauen werde, damit wenn ich wieder einen Nerz aus dem TH holen müsste diesen nicht mehr weggeben müsste. Tja, so kam ich damals zu meiner ersten Bekanntschaft zum Nerz. Das Gehege baute ich auch, erst einmal für meine Frettchen, aber ich hätte ja nie im Traum daran gedacht dass ich jemals wieder einen Nerz sehen würde, aber dann im März 2009 kam genau an meinem Geburtstag ein Anruf von Birgit aus dem Frettchentierheim dass sie einen Nerz hätte und dieser einen Platz bräuchte. Ich musste nicht lange überlegen, und sagte natürlich gleich zu. Und so zog im April 2009 Nerz Nr.2 meine Esrah ein.

Esrah

6. Du hast ja inzwischen auch zwei Bücher heraus gebracht zu Nerzen und ihrer Haltung ebenso wie Esrah. Es gibt ja zu den Nerzen bisher noch wenig Literatur? Was war die ausschlaggebende Idee selbst Bücher auf den Markt zu bringen.

Damals als Elli nicht mehr hier war und mich diese Tiere einfach faszinierten, suchte ich im Internet nach allem was ich über Nerze finden konnte um mich einfach mal zu informieren. Ich suchte auch nach Büchern die ich mir schicken lassen könnte, aber leider wurde ich nie fündig. Als ich dann Nando und Lucy hatte, kam ich irgendwann wieder darauf dass es wirklich wenig Literatur über Nerze gab. Von Frettchen gab es so viele Bücher oder Heftchen, warum nicht ein Buch über Nerze und deren Haltung. Ich wäre damals bei Esrah froh gewesen wenn ich solch ein Buch über die Ernährung, Pflege usw. gehabt hätte. Irgendwann war es mir dann langweilig, und da fing ich einfach spontan an zu schreiben und beschloss ein Buch über meine Erfahrungen von meinen Nerzen zu schreiben. „Das Leben mit meinen Nerzen“, so hieß dann der Titel, und das Buch ist sehr informativ geworden.

Mit dem Buch von Esrah, hatte ich schon kurz nachdem sie 2011 eingeschläfert wurde angefangen zu schreiben. Hab ich Kummer oder Stress, muss ich einfach schreiben um mich abzureagieren, ich komme da einfach besser mit meiner Trauer zurecht. Ich guckte mir einfach Esrahs Bilder an, und davon habe ich ja genügend, zu jedem Bild gab schöne Erinnerungen die ich dann einfach aufgeschrieben habe. Und so entstand aus den vielen Fotos „Esrahs Geschichte“

7. Seit wann existiert dein Shop?

Genau kann ich das jetzt gar nicht mehr sagen, aber ich glaube seit ca. 2005. Anfangs hatte ich mir eine Seite auf meiner Homepage für meine Kuschelsachen eingerichtet, doch irgendwann war diese Seite so unübersichtlich dass es mir selbst nicht mehr gefallen hatte. Ich suchte mir dann im Internet Shops und als ich den passenden gefunden hatte, hatte ich Wochenlange Arbeit bis mein jetziger Shop fertig war, aber diese Zeit hat sich gelohnt, denn jetzt ist wenigstens alles schön überschaubar.

8. Es finden ja bei dir auch recht regelmäßig Treffen statt, bist du auch auf irgendwelchen Ausstellungen oder Messen anzutreffen?

Ein oder zweimal im Jahr haben wir hier bei uns im Garten außerhalb vom Ort unser Nürnberger Frettchentreffen das immer ein schöner Tag war, ob mit oder ohne Frettchen. Unser Garten liegt mitten in der Pampa und da kann man dann wunderbar mit den Frettchen spazieren gehen ohne Angst haben zu müssen das ein Auto kommt. Es wurden Infos ausgetauscht oder einfach nur über unsere Frettchen geplaudert. Am späten Nachmittag wird dann immer gegrillt und jede Person die kommt bringt immer einen Salat oder irgendwas anderes leckeres mit. Auf Ausstellungen oder Messen bin ich weder mit meinen Frettchen oder mit meinen Frettchenkuschelsachen anzutreffen, dazu fehlt mir einfach die Zeit.

9. Welche tierischen Gefährten bereichern noch dein Leben und nähst du alles selbst für sie?

Bei uns wohnen außer meinen Frettchen und meinen beiden Nerzen noch ein Kater und zwei Golden Retriever Lisa und Baghira. Der Zweithund Baghira ist aber erst seit Mitte September bei uns. Da wir Baghira schon 8 Jahre kennen, ihre Besitzerin sie nicht mehr Artgerecht halten konnte, Baghira auf 21kg abgemagert war, die Besitzerin sie NUR wegen Durchfall ins Tierheim abschieben wollte, haben wir uns entschlossen sie bei uns aufzunehmen. Anfangs wollte die Besitzerin Baghira ja wieder haben, drohte uns sogar mit der Polizei usw., es war damals ein schwerer Kampf, aber letztendlich haben wir gesiegt. Nun geht es Baghira wieder gut, hat auch schon einiges zugenommen und das Psychische was Baghira in dieser Zeit bei ihrer Besitzerin mitgemacht hat hoffe ich mal wird sie irgendwann auch vergessen haben.

10. Gibt es etwas was du Frettchenhaltern mit auf den Weg geben möchtest?

Ja da würde es vieles geben was ich Frettchenhalten auf ihren Weg mitgeben möchte, aber da würde der Platz gar nicht reichen so viel wäre das. 😉

Aber ein Punkt liegt mir da schon sehr am Herzen!

Bevor sich jemand für Frettchen interessiert, sollte er sich erst mal ausführlich um diese Tiere informieren, denn Frettchen sind keine einfachen Haustiere die man sich einfach heim holt und dann glaubt man kann sie in so kleine Kaninchenkäfigen halten. Frettchen sind anspruchsvolle Tiere, benötigen viel Platz, täglich mehrere Stunden Auslauf damit sie sich austoben können, und Frettchen sollten NIEMALS alleine gehalten werden. Auch finanziell solltet ihr immer etwas auf dem Sparbuch haben, denn sollte ein Frettchen mal krank werden, ist schnell eine dreistellige Zahl beim Tierarzt fällig. Wenn ihr diese Punkte alle mit JA beantworten könnt, werdet ihr sehr viel Freude und Spaß an euren Frettchen haben. Habt ihr Zweifel was die Haltung angeht, oder gar wenig Zeit, dann lasst es lieber gleich sein denn es sitzen sowieso schon so viel arme Frettchen in den Frettchenhilfen. Würde man sich vielleicht vorher gründlich informieren, würden weniger Frettchen in den Frettchenhilfen auf ein neues Zuhause warten. Ach ja, und solltet ihr euch sicher sein dass ihr für Frettchen geeignet seit, lauft nicht gleich zum Züchter, sucht euch eine Frettchenhilfe in eurer Nähe, denn dort bekommt ihr auch liebe und schon erzogene Frettchen und diese haben doch auch eine 2. Chance verdient!

Viele Grüße

Erika Sperber

Wir bedanken uns für das tolle Interview und wünschen Erika und ihrer Familie natürlich inklusiver aller Nasen einige tolle Feiertage 🙂