Kastration

Lu                               Lui hatte Hodenhochstand, die Kastration verlief ohne Komplikationen

Kastration bei Frettchen ist ein sehr wichtiges Thema und man sollte sich schon bevor man sich die Nasen kauft im klaren sein, dass diese notwendig ist, wenn man keine Zuchtabsichten hat.
Warum?

Rüden
Die Rüden fangen in der Ranz in den meisten Fällen erbärmlich an zu stinken und das ist in der Wohnung für die meisten unerträglich, besonders in Mietwohnungen muss man darauf achten. Die Hoden prägen sich zudem stark aus und das ganze Verhalten ändert sich zu einem Trieb gesteuerten, ruppigen Rüden der so ziemlich alle Wusel besteigt die er finden kann. Zu der starken Belästigung der anderen Frettchen kommt hinzu dass die Rüden stark markieren. Ranz-Eintritt ist im Normalfall zwischen dem 6. und 10. Monat

Fähen
Bei den Fähen steht die Dringlichkeit einer Kastration noch viel mehr im Vordergrund. Sie riechen zwar nicht so sehr wie die Rüden, aber können in eine Dauerranz fallen und somit an einer Östrogenvergiftung sterben!
Wenn die Fähe in der Ranz bleibt, was schon ab der ersten Ranz passieren kann, produziert ihr Körper weiter Hormone und die Vulva schwillt nicht ab. Der Deckakt sorgt dafür das es zum Eisprung kommt, doch dies passiert ja nicht und die Fähe kommt nicht heraus und somit wird die Produktion der Hormone nicht eingestellt. Dies zerrt so sehr an den Kräften der Fähen, dass die Schleimhäute blass werden und die Fähe immer schwächer. Ab hier ist höchste Eile geboten und man sollte sofort zum fachkundigen Tierarzt bevor es zu Spät ist.
Zwischen dem 6. und 10. Monat tritt in der Regel die Ranz bei Fähen zum ersten Mal ein.
WP_20140228_23_47_52_Pro                                  Nach der Kastration, Nymeria erholt sich.

Kastration
Die wohl gängigste Methode ist es die Frettchen operativ zu kastrieren, es wird in Narkose gelegt und beim Rüden werden die Hoden entfernt sofern diese komplett und richtig abgesenkt sind. Ansonsten wird die OP schwieriger da man die Hoden bei einem Kryptochiden, einem Frettchen mit Hodenhochstand, oftmals im Gewebe der Leistengegend suchen muss. Manchmal kann er dann aber auch im Bauchraum liegen.

Bei den Fähen ist die Kastration ein größerer Eingriff als beim Rüden. Hier werden die Eierstöcke entfernt, genauer das komplette Hormon produzierende Gewebe. Dieses muss gründlich geschehen, da eine Fähe bei Restgewebe wieder in die Ranz fallen kann! Sollte die Gebärmutter Veränderungen aufweisen, so wird diese auch entfernt; manche Tierärzte entfernen diese auch vorsorglich. Sollte die Ranz bei der Fähe fortgeschritten sein, so ist das Gewebe stark durchblutet und man muss bei der Kastration Vorsicht walten lassen, sie sollte nur von einem erfahrenen TA durchgeführt werden.

Etwa 4 Stunden vor der OP nimmt man das Futter raus, Frettchen haben nur einen sehr kurzen Verdauungstrakt und haben das Futter bis dahin verwertet. Leider erzählen viele Tierärzte oder besser gesagt Tierarzthelfer noch das man das Futter 10 – 12 Stunden vorher raus nehmen soll. Dies ist ein großer Irrtum und kann sogar lebensbedrohlich für das Frettchen werden durch z.B. eine Unterzuckerung.

  • Wir hatten bereits zwei Frettchen mit Hodenhochstand Apollo und Lui und haben bei einer Fähe die komplette Gebärmutter entfernen lassen, da Nymeria des öfteren unter Entzündungen litt. Wir wollten einfach kein Risiko eingehen das sie irgendwann noch einmal unter das Messer muss.

Chip
Es gibt eine Möglichkeit die Frettchen auch ohne eine operative Kastration kastrieren zu lassen und zwar chemisch  mittels eines Suprelorin Implantats.
Der Chip wird zwischen die Schulterblätter in die Haut implantiert, WICHTIG ist das er wirklich auch genau dort implantiert wird, da sonst die richtige Wirkung nicht gewährleistet ist. Schaut eurem TA dabei ruhig über die Finger, es ist schon vorgekommen das ein Chip in den Bauchraum gesetzt worden ist.
Noch ist die Nutzung und die Langzeitwirkung des Chips recht umstritten. Jedoch gibt es bereits Aussagen zum bekannten NNT (Nebennierentumor) der häufiger nach operativen Kastrationen auftritt und beim Implantat weniger.
Auch wird im Falle eines NNT, wenn das Tier operativ Kastriert worden ist der Chip verwendet um hier Hilfe gegen die Krankheit zu schaffen und die Symptome zu bekämpfen.

Der Chip kann direkt zum Eintritt der Geschlechtsreife gesetzt werden, so muss auch nicht zu früh kastriert werden, denn in den letzten Jahren kommen die Frettchen immer früher in die Ranz und sind noch nicht einmal richtig ausgewachsen. Mit dem Chip können sie ohne chirurgischen Eingriff komplett auswachsen und nach dem nachlassen, wenn gewünscht, immer noch Operativ entfernt werden. Oder wenn die Wirkung nachlässt neu gechipt werden.

Der Hersteller Virbac empfielt den 9,4mg Chip, dieser soll laut Hersteller eine Mindest-Wirkdauer von 16 Monaten haben und für Frettchenrüden ist er offiziell zugelassen. Bedenkt bitte, dass wenn der Chip gesetzt ist, die Rüden noch 5-14 Wochen danach zeugungsfähig sein können.
Jedoch sei hier angemerkt dass die meisten Halter bei Rüden und Fähen den 4,7mg Chip benutzten und dieser kann 2-3 Jahre halten und dies ist vollkommen ausreichend.

  • Wir haben uns inzwischen für den Chip entschieden, wenn kein Eingriff wie bei Apollo, Lui oder Nymeria medizinisch notwendig ist. Ich werde beobachten wie lange sie wirken und natürlich auch die Langzeitwirkung bezüglich der Gesundheit meiner Frettchen im Auge behalten. Es mag sein dass die operative Kastration in dem Fall kostengünstiger ist, allerdings kastriere ich ungern meine Frettchen zu früh und ehrlich gesagt gehe ich bei meinen Nasen ungern das Risiko einer Operation ein.

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Category: Frettchen & Gesundheit

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