Die kleinen Schritte sind es die den Weg ebnen und oftmals zu den wundervollen Erlebnissen führen. Zu einem Ziel das wir manchmal vorher gar nicht kennen, weil ein Ausgang ungewiss ist und man nur versuchen kann mit dem etwas zu bewirken was in den eigenen Händen liegt.
Siegfried kam im letzten Jahr zu uns und wurde uns von Susanne anvertraut, ein kleines mickriges Fellbündel, ohne Augenlicht und nur sehr schwer hörend, fast taub.
Man wollte ihn als Einzeltier unterbringen, jedoch habe ich angeboten es bei uns zu versuchen.
Schon in den ersten Tagen schenkte er mir bereits sein Vertrauen und ich konnte ihn anfassen und hochnehmen, ohne dass er mich gleich vor Schreck fressen wollte. Manche mögen es für bescheuert halten, aber ich spreche viel und oft mit ihm, vielleicht versteht er es nicht im direkten Sinne…
Dennoch ist eine Vibration in meiner Stimme, denke ich, an die er sich schnell gewöhnt hat. Heute kann ich ihn anfassen ohne dass er wach wird oder hochschreckt, ohne dass er Schnappen möchte.
Das ist es was sich Vertrauen nennt, Ausnahme bildet wenn er kurz vorher mit einem Tasuki, Sir Hagen von Zimti ( Hier bin ich einfach sicher es liegt am Namen… alte Feindschaft oder so 😉 ) oder eine Quinya aneinander geraten ist. Ist ja auch logisch, da ist man gerade auf der Hut und da muss auch der Zweibeiner eben behutsam ran gehen.
Aber es sind keine ernsthaften Auseinandersetzungen, ehr schreit er sie alle weg, so überlebt man eine VG also auch, er hatte nie wirklich viele Kratzer 😀
Muss wohl einfach an seinem lauten Organ liegen.
Nachdem ich herausgefunden hatte was ihm damals besonders zugesetzt hat und wir seine Zähne machen ließen, daher kam auch der Geruch der ihm anhaftete, wurde das Fressverhalten nach und nach besser. Lachs, Dose und Kaninchen standen da schon ganz weit vorn. Mehr und mehr wurde das Fleisch für ihn interessanter und wir konnten die Dosen bald weg lassen, ebenso die Versuche ihn weiter zu päppeln. Denn wenn sie anfangen von allein so viel zu fressen dass es okay ist zwänge ich nicht noch mehr rein.
Insbesondere steht nach wie vor Kaninchen ganz oben auf dem Speiseplan, dicht gefolgt vom Lachs.
Er begann langsam an Gewicht zu gewinnen und das schlechte Fell besserte sich auch ein wenig, wurde jedoch jetzt im Frühjahr erst richtig schön.
Siegfried ist so ein Schmuser und er liebt es bei einem zu liegen und zu schlafen oder sich bekraulen zu lassen, auch das genießt er in vollen Zügen.
Seit einigen Wochen ist er am liebsten draußen, dort sucht er sich sein Eckchen und schläft dort oder er geht spazieren. In dieser Hinsicht erinnert er mich ein wenig an Pino, er liebte es auch spazieren zu gehen und über den Balkon oder das Grad zu stromern.
Heute habe ich ihn mir geschnappt und ihm das Buddeln gezeigt und beigebracht, es war sehr lustig und wir haben tatsächlich Ansätze von Spielen zusammen erlebt und es hat ihm sichtlich Spaß gemacht, so oft wie er anschließend mit dem Kopf abgetaucht ist. Oder wie er versucht hat meine Hand zu schnappen.
Wenn mich jemand fragt warum ich mir das antue, was keine Seltenheit ist: so viel Geld Zeit und die kranken Tiere…
Dann mochte ich an dieser Stelle sagen, es sind genau diese kleinen Momente die mich unglaublich glücklich machen, zu sehen wie sie sich erholen und wachsen, eine Chance haben vieles neu oder zum ersten Mal erleben. Diese Augenblicke sind es die mir Tränen der Freude in die Augen treiben, die ich wohl kaum richtig in Worte fassen kann, aber manche werden sehr wohl wissen oder auch fühlen was ich meine.
Ich bin froh dass Sir Siegfried von Schoko zu uns gefunden hat und bei uns lebt, mit unseren Fellnasen und uns.
Wir hoffen dass er noch sehr viele schöne Tage erleben darf und sie genießt 🙂

Anbei einige Bilder für euch und diesmal auch wieder zwei Videos 😀
Viel Spaß beim Anschauen.

Buddeln I
Buddeln II